3 Glaubenssätze, die deine Kommunikationsarbeit in falsche Bahnen lenken

Drei Glaubenssätze, die deine Kommunikationsarbeit in Falsche Bahnen lenken

Hast du manchmal auch ein Brett vorm Kopf? Siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht? Oft steckt ein bestimmter Glaubenssatz dahinter, der dich blockiert oder an falscher Stelle suchen lässt. Sowas wie: "Die Brille muss doch hier auf dem Schreibtisch sein", dabei liegt sie ganz woanders. Auch in der Kommunikation gibt es solche fehlleitenden Annahmen. Sie sagen dir, was du tun musst, welche Maßnahme die beste ist oder wie Dinge umzusetzen sind. Das Dumme an solchen Glaubenssätzen: Sie blockieren dich und bringen dich in die falsche Richtung. Hältst du an ihnen fest, wirst du nicht gesehen von deiner Zielgruppe oder hinterlässt nicht den Eindruck oder die Botschaften, die du eigentlich rüberbringen wolltest. Damit dir das nicht passiert, gehe ich im Folgenden auf drei Annahmen ein, die mir immer wieder begegnen.

1. Es geht nur um das Eine. Also, Pressearbeit. Oder doch Social Media?

Früher war das ganz einfach: Wenn du mit jemanden in Kontakt treten wolltest, hast du angerufen oder einen Brief geschrieben. Auch in der Unternehmenskommunikation war die Zahl der Kanäle sehr beschränkt. Im Vor-Internet-Zeitalter galt es zu wissen, welche Redakteure du glücklich machen musst und wie du das machst. Auch das konnte eine sehr komplexe Aufgabe sein. Sie war und ist keineswegs einfach, aber überschaubar.

Und heute? Dir fallen bestimmt eine Menge an Kanälen ein, über die du täglich kommunizierst oder Informationen konsumierst, privat oder beruflich. Email, Whatsapp, Telefon, Websites, verschiedene Social Media Kanäle usw. In dem gleichen Maß wie sich unsere alltägliche Kommunikation verändert hat, hat sich auch die professionelle Kommunikation gewandelt.

Trotzdem setzen manche all ihre Energie, Zeit und Geld auf ein bestimmtes Pferd. Da kann einem schon mal die Puste für den Rest ausgehen. Bei dem einen ist die Website sehr schick (guter Anfang!), bei anderen ist es Social Media, beim nächsten ganz old school Pressearbeit allein (ja, auch solche Unternehmen gibt es!) und eine weitere begnügt sich mit dem Versenden von Newslettern.

Warum tust du, was du tust?

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, sich zunächst einmal auf nur eine Sache zu konzentrieren, bevor man sich verzettelt. Das Problem ist aber häufig das Motiv, warum du dich entscheidest, in bestimmte Bereiche zu investieren, in andere nicht.

Ohne vorher zu überlegen, wer bin ich, wo will ich hin, was und wo ist meine Zielgruppe und was interessiert diese, wirst du planlos agieren: Du wirst dich willkürlich auf eine - oder fatalerweise gleich mehrere - Sachen stürzen. Du machst Pressearbeit, weil sie bei der Firma deiner Schwester so super funktioniert. Du bist auf Instagram, weil das jetzt in ist und du zeigen willst, dass du auf der Höhe der Zeit bist. Ein Blog muss auch unbedingt her, das wurde dir so empfohlen.

Bis dich der Alltag einholt und du dich fragst, warum du das eigentlich alles machst. Das ist übrigens eine gute Frage! Nur gehen ihr nicht alle auf den Grund. Leider. Und so passiert es immer wieder, dass etwas, das enthusiastisch begonnen wurde, ganz allmählich oder auch plötzlich wieder einschläft. Verwaiste Blogs und alleingelassene Facebookprofile könnten ein Lied davon singen.

Deshalb mein Tipp: Werde dir klar, warum du in der Kommunikation etwas tust und vor allem, wie. Entwickele ein klares Konzept für deine Kommunikation, BEVOR du loslegst. Du musst keine wissenschaftliche Abhandlung daraus machen, aber meiner Erfahrung nach ist es gut, wenn du dir schriftlich Gedanken machst. Du wirst so viel mehr in die Tiefe gehen.

Nimm dir etwas Zeit, dir genau zu überlegen, welches Ziel du in deiner Kommunikation verfolgst, analysiere deine Zielgruppe und finde heraus, wo und wie sie sich informiert. Es gibt sicher niemanden, der sich heutzutage nur über einen Kanal informiert, aber es gibt schon Präferenzen und Tendenzen. Mit diesen musst du dich befassen, wenn du erfolgreiche Kommunikationsarbeit machen willst. Dann fällt es dir auch viel leichter, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, auf welchen Kanal du setzt und was du lieber sein lässt.

Mag zwar sein, dass du dann deine Zielgruppe nicht zu 100 % erreichst ( was ohnehin nie gelingt). Aber besser, du erreichst sie zu 30 % und lieferst ihnen treffende Inhalte, die Wirkung haben, als dass du zwar 70 % erreichst, aber qualitativ schlechte Inhalte bietest, weil du bei all dem Posten auf Facebook und Instagram keine Zeit mehr für einen vernünftigen Blogbeitrag hattest.

Gute Kommunikationsarbeit ist also keine Entweder-Oder-Frage. Es geht darum, sich aus dem Kommunikations-Mix das rauszugreifen, was für dein Produkt, deine Aktion und vor allem für deine Zielgruppe passend ist. Wenn du nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss kommst, dass du mangels Ressourcen Pressearbeit oder einen anderen Kanal (zunächst) links liegen lassen willst, ist das völlig in Ordnung. Wichtig ist in jedem Fall, dass du von Zeit zu Zeit deine ein-geschlagenen Pfade überprüfst. Denn auch dein Publikum verändert sich und damit auch seine Kommunikationskanäle.

2. Kommunikation darf nichts kosten

Sicher stolperst du manchmal über schlechtgemachte Unternehmens-Websites mit unverständlichen Texten, einem Design von vor 15 Jahren oder siehst Facebook-Posts mit Inhalten, bei denen du dich fragst, wen das interessiert. Was denkst du in diesen Fällen? Bekommst du so einen professionellen Eindruck von dem Unternehmen? Wohl eher nicht.

So geht es deinen Kunden auch, wenn du am falschen Ende sparst und mal eben loslegst, weil es ja angeblich so einfach ist. Aber Schreiben, das kann doch jeder! Warum also jemanden dafür bezahlen, damit er dir deine Websitetexte verfasst? Warum Zeit und Mühe investieren, um zu lernen, wie das geht? Eine Facebook-Seite kostet nichts und ist schnell angelegt. Ebenso kann heutzutage jeder eine Website oder einen Newsletter einrichten, ohne dafür Programmieren zu müssen. Die Hürden schnell anzufangen, sind dementsprechend niedrig. Viele lassen sich deshalb zu dem Trugschluss verleiten, dass Kommunikationsarbeit nichts kostet bzw. nichts kosten darf.

Aber überleg mal: Schneidest du dir auch selbst die Haare, weil du eine Schere benutzen kannst? Es mag begabte Menschen geben, die das können oder es zumindest glauben, die meisten dürften diese Aufgabe aber in Hände von Profis geben.

Du musst investieren - entweder Zeit oder Geld!

Ganz klar, wenn das Budget für professionelle Hilfe nicht da ist, musst du vieles selber machen, ich kenne das gut. Aber auch selbstgemachte Kommunikationsarbeit wird dich Geld kosten und zwar in Form deiner Zeit. Und Zeit ist Geld, richtig? Es ist wichtig, dass du dir die Zeit nimmst, dich zu informieren, was du beachten musst bei deinem Social Media-Auftritt oder wie du am besten an Journalisten herantrittst und wie du einen Blog aufbaust, statt einfach mal zu machen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, in kostenpflichtige Trainings zu investieren.

Mit dem wachsenden Angebot an Online-Kursen war es nie so einfach wie heute, relativ preisgünstig an hochwertige Kurse oder Coachings zu kommen. Schau dich mal um, was es in dem Bereich gibt, in dem du dazu lernen möchtest. Solltest du online nichts finden, gibt es sicherlich hilfreiche Ratgeber- oder Fachbücher.

In anderen Bereichen wie z.B. Steuern hast du dich ja wahrscheinlich auch informiert oder dir sogar Hilfe geholt. Weshalb also auch nicht für deine Kommunikation? Bedenke: Deine Außendarstellung, also deine Website, deine Bilder, Postings, Texte, dein gesamtes Design, machen den ersten Gesamteindruck bei deinen Kunden aus. Gerade wenn du viele Konkurrenten hast, (und das haben ja die meisten) solltest du diesen Aspekt ernst nehmen.

Auch unabhängig von Trainings werden Kommunikationsmaßnahmen dich immer wieder Geld kosten, damit die Umsetzung gelingt. Bei deiner Veranstaltung sollen deine Gäste sich wohlfühlen, also leistest du dir ein professionelles Catering. Du hast keine Zeit mehr, dich alleine um deine Facebook-Seite zu kümmern, also kaufst du dir auch hierfür Unterstützung ein. Das Texten deines Einladungsflyers dauert extrem lange, wenn du es selbst machst, also holst du dir auch hierfür Hilfe.

Jeder hat nur begrenztes Wissen und Können. Wenn deine Kommunikationsarbeit professionell sein soll, wirst du nicht darum herum kommen, Zeit oder Geld zu investieren, um diesen Mangel immer wieder auszugleichen.

3. Professionelle Kommunikation ist nur was für große Unternehmen

Viele Menschen verbinden mit professioneller Kommunikation oder Unternehmenskommunikation große Events oder ein eigenes Pressebüro, also die großen Dinge, für die sie teure Agenturen brauchen und die oft richtig viel Geld kosten. Dementsprechend kommt mancher Solounternehmer zu der Annahme, er brauche es gar nicht versuchen, sich in punkto Kommunikation professioneller aufzustellen, denn so tolle Sachen wie die Großen, kann er sich ja ohnehin nicht leisten. Stimmt. Das ist aber auch gar nicht nötig.

Wie du in den vorherigen Absätzen lesen kannst, umfasst Unternehmenskommunikation genauso die kleinen Dinge, die du tust, um mit deiner Zielgruppe in Kontakt zu treten. Gerade die digitale Kommunikation bietet kleinen Firmen und Solounternehmen viele Möglichkeiten dies zu tun.

Geld allein macht nicht glücklich!

Das gilt auch für die Kommunikationsarbeit. Denn ob deine Kommunikation professionell ist, hängt nicht allein davon ab, wieviel Budget dir dafür zur Verfügung steht. Der elementare Punkt ist, dass deine Kommunikation einer Strategie folgt und damit durchdacht ist. Budget, das ohne Strategie eingesetzt wird, ist zum Fenster rausgeschmissenes Geld, weil es häufig an falscher Stelle eingesetzt wird.

Das habe ich schon oft gesehen und gedacht, schade, das Unternehmen hätte das Geld besser an eine gemeinnützige Organisation spenden sollen. Dann hätte es selbst genauso wenig Nutzen dadurch gehabt, aber wenigstens etwas Gutes mit seinem Geld getan.

Neben der Planung ist die richtige Umsetzung das zweite Standbein professioneller Kommunikationsarbeit. Denn die besten Ideen oder Strategien sind nutzlos, wenn sie schlecht umgesetzt werden. Geld ist leider nicht immer ein Garant dafür, dass das Ergebnis am Ende stimmt. Nicht immer sind die teuersten Dienstleister oder Tools, die du benutzt, die besten.

Aber auch hier hilft dir eine klare Strategie. Denn wenn du ein klares Ziel vor Augen hast, kannst du besser abchecken, ob bestimmte Dienstleister oder Lösungen dich dort hinbringen. Klar ist auch, perfekte Lösungen gibt es nicht, genauso wie es keine perfekten Strategien gibt. Deine Kunden und Interessenten werden deiner Außendarstellung aber anmerken, wenn sie Hand und Fuß hat, wenn sie rund ist.

Fazit

Lass dich nicht in die Irre leiten von Glaubenssätzen oder Empfehlungen anderer ohne Substanz. Gehe mit Planung und Strategie an die Aufgaben ran und mache nur das, was für dich funktioniert und passt. Hab bei der Ausführung Respekt vor den Aufgaben, aber keine Angst.

Sei dir bewusst, ohne etwas Mühe und Investment in Form von Zeit, Energie oder Geld, ist professionelle Kommunikationsarbeit nicht möglich. Wenn du diese Punkte berücksichtigst, wirst du viele Fehler, die deine Konkurrenten machen, vermeiden und bei deiner Zielgruppe positiv auffallen.

Findest du dich in diesen Glaubenssätzen wieder? Gibt es andere Annahmen, die sich für dich als falsch erwiesen habe? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Click Here to Leave a Comment Below

Leave a Reply: